Kulturelle Schulentwicklung

Kulturelle Schulentwicklung – Was ist das eigentlich?

Unter Schulentwicklung können wir uns etwas vorstellen: Da geht es um Verbesserung der Qualität der Schule in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Unterricht, Personal und Organisation. In der Regel bilden Schulen in ihrem Qualitätsentwicklungsprozess ein bestimmtes Profil heraus, zum Beispiel ein Kultur-Profil. Neben den künstlerischen Fächern werden dabei auch in anderen Fächern ästhetische Zugänge geschaffen, Kooperationen mit Einrichtungen der kulturellen Bildung gehören zum schulischen Alltag, im Ganztagsbereich gibt es ein breites Angebot künstlerisch-kultureller Aktivitäten.

Das Schulleben ist jedoch mehr als Unterrichtsinhalte, Methoden und Lernangebote. Jede Schule verfügt über eine eigene Schulkultur, die durch Haltungen und Werte aller Akteure der Schule sowie daraus resultierenden Strukturen geprägt ist.

Kulturelle Schulentwicklung setzt genau hier an: Nicht nur ein Mehr an kulturellen Angeboten ist ihr Ziel, sondern der Einfluss und die Wirkung der Ästhetik in allen Qualitätsbereichen der Schule. Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der kulturellen Kinder- und Jugendbildung (BKJ) fasst zusammen: „Es geht darum, [ästhetisch-künstlerische Praxis] als zentrale Dimension des Schullebens zu etablieren, von der aus die gesamte Organisationsentwicklung wie auch die Unterrichts- und Personalentwicklung stattfinden. Diese Perspektive bedeutet, dass ästhetisch-kulturelle Praxis nicht nur zur ’Kultivierung’ der Kinder und Jugendlichen eingesetzt wird. Sie verdeutlicht gleichermaßen das Ziel der Schule, sich durch ästhetisch-künstlerische Praxis selbst zu kultivieren.“ Damit ist jede und jeder Einzelne angesprochen, die eigene ästhetische Wahrnehmung zu schulen und künstlerische Praxis im Fachunterricht sowie im Schulleben zu etablieren. „Die Schulkultur der Kulturschule entsteht [...] aus der Prämisse, kulturelle Erfahrungen als aktiven Prozess der Teilhabe zu gestalten.“ Das gilt nicht nur für die Schülerschaft, sondern für alle Schulmitglieder. Kultur ist kein Extra, sondern wird als Haltung gelebt.

Das Projekt SCHULE:KULTUR!, das gemeinsam vom niedersächsischen Kultusministerium und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Stiftung Mercator entwickelt und umgesetzt wird, möchte Sie auf dem Weg eines kulturellen Schulprofils begleiten und unterstützen. Qualifizierung, Fortbildung sowie die Begleitung auf dem Weg der kulturellen Schulentwicklung bieten Schulen und ihren Kulturpartnern Erfahrungsmöglichkeiten, ästhetisch-kulturelle Praxis im Schulalltag zu verankern und damit auch die eigene Haltung zu reflektieren und Schulkultur aktiv zu gestalten.